Bayerischer Landtag Besucherfoyer

Das 1874 nach Plänen von Friedrich Bürklein errichtete Maximilianeum zählt zu den wichtigsten Münchner Baudenkmälern und ist seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags. Rund 60.000 Bürgerinnen und Bürger besuchen das Haus jährlich. Das Westportal im Südflügel des Altbaus wurde nun zum repräsentativen Empfangsbereich mit großzügigem Foyer umgebaut. Die Neugestaltung soll das Bedürfnis nach demokratischer Offenheit mit den gestiegenen Anforderungen an Sicherheit in Einklang bringen. Zudem trägt die architektonische Neuordnung des bestehenden Raumvolumens zur Verbesserung der Arbeitssituation vor Ort bei.

Im Zuge der Maßnahme war die wertvolle historische Gebäudesubstanz energetisch zu sanieren, aber auch bereichsweise wieder sichtbar zu machen. Wo es, etwa im Sinne der Barrierefreiheit, nötig war, wurde diese behutsam ergänzt.

Neu organisiert wurde die gesamte äußere und innere Wegeführung der Besucherströme. Fußgängerinnen und Fußgänger gelangen nun über die historischen Auffahrten zum Eingang. So können sie sich Schritt für Schritt dem „Hohen Haus“ annähern und den an dieser exponierten Stelle attraktiven Ausblick auf die Stadt genießen. Für den direkten barrierefreien Zugang soll ein Aufzug sorgen, der, „versteckt“ im historischen Südturm, in einem späteren Bauabschnitt zu errichten ist. Vom Eingang aus erreichen alle Gäste über eine Rampe das neu gestaltete Foyer.

Hier wurden historische Mauern freigelegt, unter anderem im Blick auf denkmalpflegerische Belange. Den Gesamteindruck prägt maßgeblich das bauzeitliche Halbrund. Es dient auch als Projektionsfläche für szenographisch inszenierte Informationen zum Landtag. Größere Einbauten, die für den Betrieb eines modernen Empfangsfoyers erforderlich sind – Sicherheitseinrichtungen, Pforte, Sanitäreinrichtungen, Garderobe, Wartebereich – wurden weitgehend zentral platziert, der Raum bleibt in seinem ursprünglichen Zuschnitt erlebbar. Eine umlaufende Sitzbank schmiegt sich dementsprechend unmittelbar an die Wand des Halbrunds.

Auch die Materialien nehmen Bezug auf den Bestand, wobei sie zurückhaltend moderne Akzente setzen: Alle Einbauelemente sind aus Eichenholz gefertigt, verbunden mit schlichtem brüniertem Messing. Die Wände sind weiß gestrichen, der graue, getrommelte Jurakalk des Bodens ist als römischer Verband verlegt.

Die Bestandsfenster im Westen, Süden und Osten wurden ergänzt durch neue Fenstertüren, geplant nach historischem Vorbild entsprechend aktuellen Anforderungen. So erhält das Foyer viel Licht, was seinen offenen und einladenden Charakter verstärkt.

 

 

 

Projektdaten:

Standort:
München, Haidhausen
Auftraggeber:
Freistaat Bayern, Staatliches Bauamt München 2
Nutzung:
Landtagsgebäude
Fotos:
Kim Fohmann

Leistungsdaten:

LPH 1-9 ARGE frank&friker PartG mbB/ BM.C Baumanagement GmbH

Büro und Gewerbe

Gaststättenlogistik Landtag
Maximilianeum Westfassade
Kiosk am Ammersee
Krematorium am Ostfriedhof
Nordturm Maximilianeum
Abgeordnetenhaus des Bayerischen Landtags
Maximilianeum Fassaden

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